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Omas Osterüberraschung - die ganze Geschichte

Frühlingsanfang 2021. Die Begegnung mit dem Coronavirus hatte sich gejährt. Das zweite Osterfest mit Kontaktbeschränkungen stand vor der Tür. In dieses Zeitgeschehen hinein veröffentlichte ich meine zweite Ostergeschichte. Sie knüpft an die aus der Vorgeschichte bekannten Figuren an und erzählt von dem alten Bären, dem Erzähler Hans Jürgen und von einer Überraschung, die seine Oma ihm als Kind bereitet hatte. Die Geschichte ist gleichzeitig Anleitung, diese Osterüberraschung selbst herzustellen.



Omas Ostergeheimnis (die ganze Geschichte)


Tag 1. (Montag) - Die Herausforderung

„Guten Morgen, alter Bär. Hier steckst Du also. Ich habe Dich beim Frühstück vermisst. Was machst Du denn hier?“ begrüßte ich den Bären, den ich auf dem Sofa sitzend vorfand.

„Guten Morgen Hans Jürgen“, grüßte der alte Bär zurück. „Ich halte nach einer Geschichte Ausschau. Und in diesem Zusammenhang ist mir Dein altes Kinderalbum in die Hände gefallen, welches ich mir gerade anschaue.“


„Und was genau suchst Du darin?“, fragte ich weiter.

„Ach weißt Du, Hans Jürgen. Es ist doch bald Ostern. Und im letzten Jahr haben wir den Menschen da draußen von unseren Erlebnissen mit dem kleinen Hasen berichtet. Und da wir nun bereits zum zweiten Mal, wegen er Ansteckungsgefahr kein richtiges Ostern feiern dürfen (*), habe ich gedacht, wir erzählen unsere Ostergeschichte einfach weiter. Den kleinen Hasen habe ich jedoch nicht wieder getroffen und irgendwie fällt mir nichts ein, was wir erzählen könnten“, brummte der Bär enttäuscht.

„Ach, Bär“, antwortete ich. „Sicherlich wird niemand Interesse an meinem alten Kinderalbum haben. Zeig doch mal, was Du da gerade schaust.“

Ich ließ meinen Blick über die Bilder schweifen. Ein Foto zeigte mich mit meiner Großmutter auf der Terrasse meines Elternhauses. In Gedanken dachte ich an diese längst vergangene Zeit zurück. Daran, wie ich Ostern als Kind erlebte. Dabei fiel mir ein Gummihase ein, der einen Korb mir Eiern auf dem Rücken trug. Wenn man ihn drückte, gab er quietschende Geräusche von sich. - Doch da gab es eine weitere Erinnerung, welche in diese Zeit gehörte, und die in Zusammenhang mit Ostern stand.

„Alter Bär. Kannst Du Dich noch daran erinnern, was uns Oma zu Ostern immer gestaltet hat?“ fragte ich. – „Nein, erzähl“ forderte mich der Bär auf.

Die folgenden Minuten verbrachten wir im aufgeregten Dialog. Ich erzählte dem Bären von meiner Erinnerung. Diesem fielen nun weitere Details hierzu ein, die langsam ein ganzes Bild ergaben. Wir recherchierten im Internet und stellten fest, dass es hier außer einer Ortsbezeichnung über den von Oma gestalteten Gegenstand nichts zu berichten gab. - Es entstand die Idee, unsere Erinnerung in die Realität zu übertragen. Schnell wurden Vorbereitungen hierfür getroffen.

Seid ihr neugierig geworden, um welchen Gegenstand es sich hier handelt? Dann lasst Euch in den kommenden Tagen überraschen, wie es weitergeht.



Tag 2. (Dienstag) - Das Ostermoos

An diesem Dienstagmorgen wurde ich früh wach. Heute sollte die Umsetzung unseres Planes, die Osterüberraschung meiner Großmutter neu auferstehen zu lassen, beginnen.

Mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages trat ich vor die Haustür. Bereits am Vortag hatte ich geschaut, wo ich an diesem Morgen fündig werden könne. In dem Blumenbeet, welches direkt zur Straße grenzt, wachsen große Büsche und einige Bambuspflanzen. An deren Fuß hatten sich Moose ausgebreitet, denen mein Besuch galt.

Mit bloßer Hand ließen sich ganze Bahnen Moos leicht aus dem Boden pflücken. Schnell war der Teller gefüllt, welchen ich mit nach draußen genommen hatte. Binnen weniger Minuten war diese Tagesaufgabe erledigt. Mit dem frisch geernteten Ostermoos kehrte ich das Haus zurück.


Dort wurde ich schon von dem alten Bären erwartet, der mir aus dem Fenster zugesehen hatte.

„Hans Jürgen, Hans Jürgen, guten Morgen. Nun darfst Du ja wieder reden, nachdem Du das Moos schweigend nach Hause getragen hast.“

Etwas verwirrt sah ich den Bären an. Wieso sollte ich das Moos schweigend sammeln? Diese Frage stellte ich zuerst mir und richtete diese dann an den alten Bären. Aus seiner Antwort erkannte ich, dass er hier etwas falsch erinnerte. Meine Großmutter hatte uns früher erzählt, dass es ein alter Brauch sei, dass junge Mädchen und unverheiratet Frauen in der Nacht zum Ostersonntag Wasser aus einer Quelle oder einem Bach holten. Dieses sogenannte Osterwasser sollte Fruchtbarkeit bescheren und eine feine Haut geben. Damit das Wasser jedoch seine magische Wirkung entfalten konnte, musste es schweigend geschöpft und nach Hause getragen werden.

Der alte Bär und ich lachten herzhaft über diese Verwechslung. Ich versorgte das Ostermoos auf der Terrasse, während der alte Bär unser Frühstück vorbereitete, welches wir uns anschließend gut schmecken ließen.

Und ihr da draußen in der Welt. Wisst ihr schon, welche Osterüberraschung hier entsteht? Ein kleiner Hinweis. Mit dem Moos werden keine Osternester gebaut.



Tag 3. (Mittwoch) - Das Osterpaket

Eins, zwei, drei, viermal schlug die Klingel an unserer Haustür an. Ich schreckte aus meiner Arbeit hoch, in die ich gerade vertieft war. Wer klingelt denn da so Sturm? Sicherlich ein Paketdienst, der es eilig hat. Den meisten Paketdiensten hatte ich eine Abstellerlaubnis für die Hintertüre erteilt, damit diese kontaktfrei zustellen konnten, doch schon seit geraumer Zeit orientieren sich die Zusteller nicht mehr hieran.

„Ja, ja, ich komme“, rief ich laut. - Schnell lief ich die Treppe hinauf.

Oben erwartete mich der alte Bär. „Schau einmal Hans Jürgen unser Paket, welches wir am Montag bestellt haben, ist bereits angekommen“, sagte er. Normalerweise öffnete der Bär nie die Tür. Aber heute schien die Neugier obsiegt zu haben und er hatte das Päckchen an der Haustür entgegengenommen. Sollte dies wirklich schon die Bestellung sein, die wir für unsere Osterüberraschung aufgegeben hatten, fragte ich mich.

Schnell öffneten wir die Verpackung. Tatsächlich, dort lag die Tüte mit den Deko-Steinen, die wir bestellt hatten. Und hier in dem kleinen Kästchen, ja genau, da waren die kleinen Osterhasen, welche wir ausgesucht hatten. „Schau mal Hans Jürgen, sind die nicht süß“, sagte der alte Bär. „Ja“ stimmte ich ihm zu und bewunderte die kleinen Hasenmädchen und Jungen, die Eier, Blumen oder Möhren in den Händen hielten.


„Ostern ist das Fest des Lebens“, bemerkte #deralteBär. „Und die Hasen und Eier sind ein Sinnbild des neuen Lebens, welche uns der Frühling schenkt“. - „Ja, alter Bär, so hat es uns der kleine Hase im letzten Jahr erklärt“ antwortete ich.

„Ach weißt Du, Hans Jürgen? Ich freue mich so darüber, dass wir mit Omas Osterüberraschung mal wieder ein neues gemeinsames Abenteuer erleben. Ich habe Dich ich herzknuddelbärhaft lieb“.

Und ihr da draußen in der Welt. - Habt ihr bereits eine Ahnung davon, worum es sich bei Omas Osterüberraschung handelt?


Teil 4. (Gründonnerstag) - Die Osterblume

„Guten Morgen, Hans Jürgen“ begrüßte mich der alte Bär in den Tag. „Heute ist schon Gründonnerstag, da sollten wir mit unserer Osterüberraschung etwas Gas geben“.

Na, das war eine Ansage, so früh am Morgen. Hatte er Zweifel daran, dass wir unsere Aufgabe erledigen konnten? Oder war er einfach nur ungeduldig? Meine Oma hatte für das Erstellen der Osterüberraschung, an einem Ostersamstag-Abend, nur wenige Minuten benötigt. Wieso sollten wir also heute bereits Gas geben? - Außerdem hatte ich heute richtig viel Zeit. Aufgrund einer Entscheidung des Bundes und der Länder sollte der diesjährige Gründonnerstag ein sogenannter Ruhetag werden, um so positiv auf die Corona-Fallzahlen einzuwirken. Einige Tage später hatte man diese Entscheidung wieder zurückgenommen. Ich jedoch hatte meine Terminverlegungen, die ich aufgrund der ersten Entscheidung vornehmen musste, nicht wieder rückgängig gemacht und freute mich nun auf einen Tag mit wenig Arbeit und viel freier Zeit. Auch sollte das Wetter, wie in den letzten beiden Tagen zuvor, noch einmal schön werden. – Warum also die fröhliche Stimmung durch einen brummigen Bären verderben lassen?

Umso freundlicher grüßte ich den Bären folglich zurück: „Guten Morgen, alter Bär. Ich höre, dass Du es gar nicht mehr erwarten kannst, an unserer Osterüberraschung weiterzuarbeiten. Ist das so? - Für heute ist geplant, etwas Lebendiges zu finden, welches wir der Überraschung hinzufügen. Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, was wir hier nehmen könnten?“

„Ja, Hans Jürgen. Ich war heute Morgen schon draußen unterwegs. Deine Oma hat ja früher immer Veilchen oder Gänseblümchen ausgegraben, um sie für die Osterüberraschung zu verwenden. Das finde ich nicht so gut. Wir wollen doch die Pflänzchen unbeschadet nach Ostern wieder in den Garten entlassen. Und ob ein Veilchen dies so gut übersteht, da habe ich meine Zweifel. Ich glaube, dass eine Primel diese Osterreise besser überstehen wird. - In dem Blumenbeet, in dem ich im letzten Jahr den kleinen Hasen getroffen habe, wachsen ganz, ganz viele schöne bunte Primeln. Hier sollten wir mal eine Blume fragen, ob sie Lust hat, zu Ostern umzuziehen.“


„Prima, dann lass uns mal bei den Primeln schauen, ob uns eine von ihnen behilflich sein will“, antwortete ich.

Gesagt, getan, ging es in den Garten hinaus. Schon bald hatten wir eine kleine Primel gefunden, welche das Osterfest mit uns verbringen wollte. Vorsichtig löste ich sie aus der Erde und setzte sie in ein kleines Töpfchen um. Im Anschluss hieran brachte ich sie in das Haus und versorgte sie mit frischem Wasser.

Der alte Bär suchte derweil im Garten nach frischen Kräutern, welche er für die grüne Soße benötigte, die er sich heute Mittag zubereiten wollte.

Und ihr da draußen in der Welt. Wie sieht Euer Tag aus? - Wisst ihr nun schon, worum es sich bei Omas Osterüberraschung handelt?


Tag 5. Karfreitags-Gedanken

„Ostermoos“ – „erledigt“, „Deko-Steine“ – „erledigt“. Der alte Bär saß auf dem Tisch und fragte mich die Dinge ab, welche wir für die Osterüberraschung benötigen. Am gestrigen Gründonnerstag hatte ich noch etwas Erde vom Komposthaufen in einen Blumentopf gefüllt. Den großen Blumenuntersetzer hatte ich im Vorratsraum im Keller gefunden.


„Alles erledigt“, stellte der alte Bär fest, während er von seiner Liste aufblickte. „Jetzt können wir morgen Abend starten, so wie es Deine Oma früher auch immer getan hat. - Aber wieso eigentlich am Ostersamstag?“, fragte der alte Bär. - „Tja, alter Bär, das hat mir meine Oma auch erklärt. Der Sonntag beginnt nämlich schon mit dem Sonnenuntergang am vorangehenden Samstag. Deswegen reden wir auch von dem Sonnabend. Ostern, das große Fest der Auferstehung des Lebens, beginnt somit morgen Abend nach Sonnenuntergang.“

„Boa, was Deine Oma Dir so alles beigebracht hat, Hans Jürgen. Die muss Dich wirklich dolle lieb gehabt haben“.„Ja, alter Bär. Und ich sie auch. Das ist mir erst so richtig nach ihrem Tod, vor 28 Jahren, klar geworden, wie viel Liebe da bei uns war. Umso mehr Leid und Schmerz, habe ich dann gespürt, als sie nicht mehr leiblich in dieser Welt war.“

„Ohne Liebe kein Leid, könnte man also sagen“, ergänzte der Bär. „Ja, aber dies ist nur die halbe Gleichung“, entgegnete ich. „Wie uns der kleine Hase im letzten Jahr erklärt hat, ist das Leben stärker als der Tod. Und das Leben wird durch die Liebe geschaffen, die immer wieder einen neuen Frühling hervorbringt“.

„Und sterben wir nicht alle jeden Augenblick, ein klein wenig, alter Bär?“, fragte ich. „Sieh Dir mal
dieses Foto aus meinem Kinderalbum an. Glaubst Du, ich bin immer noch der kleine Junge auf dem Bild? Ich denke anders, wie er. Sehe anders aus, wie er. Empfinde anders, wie er. Ich bin ein ganz anderer, und doch noch immer der Gleiche.“

„Ja, Hans Jürgen, das sieht man wirklich“, brachte der Bär lachend hervor. „Schau Dir mal den Kleinen an Omas Hand genau an. Er läuft durch die Natur, die Tasche des Fotoapparates am Arm - und was machst Du heute so? Durch die Natur laufend, fotografieren.“


„Gut erkannt, alter Bär“, sagte ich schmunzelnd. „Das ist anscheinend etwas, das aus der Liebe von Oma zu mir heraus geboren wurde und heute noch Früchte trägt.“

„Genau wie die Osterüberraschung, welche wir in diesem Jahr nachgestalten“, brachte es der alte Bär auf den Punkt.

So liebe Welt dort draußen. Alle Bestandteile der Osterüberraschung sind nun vorhanden. Wisst ihr jetzt, was hier entsteht? - Wir treffen uns morgen Abend zum Sonnenuntergang wieder an diesem Ort.


Teil 6. (Ostersamstag) - Die erträumte Gestalt

„Ist es jetzt so weit?“, fragte der alte Bär, geschätzt zum millionsten Mal. Seit wir heute Morgen gemeinsam gefrühstückt hatten, quengelte er den ganzen Tag über, dass jetzt bald die Sonne untergehe und wir mit unserer Osterüberraschung beginnen können.

„Na gut, lass uns anfangen“ gab ich schließlich dem Drängeln des Bären nach. Ich war mittlerweile selbst unruhig geworden. Würde es uns gelingen, die Überraschung herbeizuzaubern, so ganz ohne vorherige Generalprobe? „Die Sonne ist zwar bisher nicht untergegangen, aber es geht ja schon auf den Abend zu. Und im Dunkeln wollen wir ja  wirklich nicht arbeiten“, stellte ich fest.

Wir gingen gemeinsam auf die Terrasse hinaus und verteilten unsere Utensilien auf dem dort stehenden Tisch.

Ich begann damit, den Blumenuntersetzer vor mich zu stellen. Er sollte uns als Untergrund dienen. Meine Oma hatte hierfür eine alte Tortenplatte genutzt. Dann schüttete ich etwas Erde auf den Untersetzer, sodass sich nun ein kleiner Erdhügel bildete. An dessen Spitze pflanzte ich vorsichtig die Gartenprimel ein. Im nächsten Arbeitsschritt bedeckte ich die Erde mit dem gesammelten Moos, sodass der Hügel jetzt ganz begrünt war. Dort, wo noch Lücken im Moos sichtbar waren, verdeckte ich diese, indem ich mit den Deko-Steinen einen Weg von der Kuppe zum Rand des Hügels anlegte. Was noch fehlte, waren die kleinen Osterhasen, die ich an dem Wegesrand platzierte. Zum Abschluss versorgte ich noch alles mit frischem Wasser.


Es war geschafft. Unsere Osterüberraschung, der Osterberg, war fertiggestellt!

Diesen trugen wir gemeinsam in das Haus hinein. Der alte Bär setzte sich neben das von uns erschaffene Werk und posierte stolz für ein Foto.

„Hans Jürgen, Hans Jürgen. Das sieht so toll aus. Ich bin so stolz auf uns, dass wir das geschafft haben, und Deine Oma wäre sicherlich genauso stolz auf Dich. - Ich wünsche Dir nun von Herzen frohe Ostern, oder darf man dies jetzt noch nicht sagen?“

„Doch, alter Bär, das darf man. Ich wünsche auch Dir auch ein frohes Osterfest.“

Ganz besonders
Frohe Ostern
auch Dir! 

Woher ich weiß, dass Du gerade hier bist? – Na, ansonsten würdest Du diese Zeilen jetzt nicht lesen. 😊


Tag 7. (Ostersonntag) - Das Geheimnis des Osterberges

Ich hatte den Kopf sanft nach hinten gelegt. Die geschlossenen Augen der Sonne zugewandt, spürte ich den sanften warmen Wind auf meiner Haut. Hörte das Rauschen des Meeres.

Rumpel, Knall, Peng.

Wie, was? Das ist doch nicht das rauschende Meer! - Unsanft erwachte ich aus meinem Traum. Noch bevor ich wieder ganz in dem Tagesbewusstsein angekommen war, vernahm ich aus der Ferne die schnellen Schritte auf der Treppe.

„Hans Jürgen, Hans Jürgen“, rief der alte Bär ganz aufgeregt, während er in mein Zimmer erstürmte. „Er war wieder da! Wahnsinn! Er war wieder da!"

Langsam kam ich in der Wirklichkeit an. Ich war nicht am Meer, sondern lag noch zu Hause im Bett. Es war Ostersonntag. Am Vorabend hatten der Bär und ich den Osterberg fertiggestellt. Und dann noch lange beieinander gesessen und miteinander geredet. Es war spät geworden an diesem Vortag. Der Sonntag war bereits hereingebrochen, als ich endlich in mein Bett fiel. Und nun?

„Was ist denn passiert?“, fragte ich den alten Bären. „Der kleine Hase, Hans Jürgen! Er war wieder da! Ich habe ihn eben im Blumenbeet getroffen. Aber nun ist er wieder fort und ich soll Dir von ihm frohe Ostern wünschen.“

„Langsam, langsam, alter Bär. Erzähle bitte der Reihe nach“, bat ich den Bären.


„Also, ich wurde vor ungefähr einer Stunde wach. Da es noch still im Haus war, machte ich einen kleinen Spaziergang um das Haus. Als ich an dem Blumenbeet im hinteren Teil des Gartens angekommen war, hörte ich ein Rascheln und dann eine leise Stimme. Es war der kleine Hase, der im letzten Jahr eine ganze Woche unser Gast war. Er erzählte mir, dass er auch in diesem Jahr in der Welt unterwegs war, um zu erfahren, wie die Menschen Ostern feiern. Er sei bereits auf dem Heimweg gewesen, als er von dem Oberosterhasen einen Funkspruch erhielt. Im Osterland hatte man von unserem Osterberg erfahren. Und die fanden das so interessant, dass sie den kleinen Hasen bei uns vorbeischickten, um sich diesen anzusehen. Und stell Dir vor, Hans Jürgen. Unser Berg soll ein Geheimnis beinhalten, wie der kleine Hase erzählte. In diesem Berg soll die gesamte Symbolik des Osterfestes versteckt sein. Irre, nicht? - Unsere Osterüberraschung! - Jedenfalls erzählte der kleine Hase, dass der Berg stellvertretend für das Mysterium von Golgatha steht. Aber es ist nicht der Berg des Leids mit den Kreuzen, sondern der Berg der Auferstehung, des neuen Lebens. Das Martyrium ist bereits überwunden, die Liebe und Vielfalt des Lebens haben wieder Einzug in die Welt gefunden. Das kann man an den Blumen, dem Moos und den Hasen sehen. - Ich habe dann dem Hasen unseren Osterberg gezeigt und er hat sich einige Notizen gemacht und schon war er wieder weg. - Na diesen Abgang, kennen wir ja schon aus dem letzten Jahr.“

„Alter Bär, das ist ja eine interessante Interpretation unseres Osterberges. Darauf wäre ich selbst nicht gekommen. Und ob dies wohl meiner Oma so bewusst war? - Komm, ich ziehe mich schnell an und dann besprechen wir das Ganze gemeinsam auf unserem Osterspaziergang. Einverstanden?“

Hier endet meine Erzählung von Omas Osterüberraschung. Was es mit dem Osterspaziergang auf sich hat, ist eine ganz andere Geschichte. 

Kennt ihr des Pudels Kern?



© 2021 / 2024 - Hans Jürgen Groß


Zusammenfassung
Omas Osterüberraschung: Eine Geschichte in 7 Teilen über die Erinnerung an eine fast vergessene Ostertradition. 

Die Geschichte erzählt von der Erinnerung an eine Ostertradition, die der Erzähler Hans Jürgen von seiner Oma übernommen hat. Gemeinsam mit seinem Freund, dem alten Bären, gestaltet er diese Kindheitsüberraschung neu, in der sich die Symbolik des Osterfestes widerspiegelt. Der kleine Hase, der ihnen im letzten Jahr begegnet ist, taucht erneut auf und erklärt ihnen die tiefere Bedeutung der Osterüberraschung. Die Geschichte handelt von Liebe, Leben, Tod und Auferstehung und lässt Raum für eigene Interpretationen.



Siehe auch:
Hoppsi´s Abenteuer (2023) - https://t1p.de/HoppsiAbenteuer

Der kleine Hase - Erinnerung an ein Osterfest in Isolation  - https://t1p.de/derkleinehase


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