Translate

Karnevalssonntag 2022, oder: ein Gefühl von Trauer

Karnevalssonntag: Lustig, ausgelassen sollte es heute zugehen. Noch einmal die Welt in Freude umarmen, bevor dann die selbst gewählte Enthaltsamkeit, die Reinigung der Fastenzeit uns für 40 Tage in das Gegenteil führt.
 
Doch statt kindlicher Ausgelassenheit, geht der erste Blick des Morgens nach Osten. Nein, nicht um das aufgehende Licht zu blicken, sondern zu schauen, wie weit die Entmenschlichung von Krieg, Angst und Terror vorangeschritten sind.

Tief berührt von dem Geschehen, lese ich dann auch die Kommentare unter den Artikeln, die nach Waffenlieferungen schreien, die Diplomatie für beendet erklären. - Ich nehme die aufsteigenden unangenehmen Gefühle wahr. Finde keine Antworten in mir.

Bilder und Worte der Kindheit und Jugend, fest verankert, tauchen auf. Ich nehme Trauer wahr; Trauer um den Umstand, das wir Menschen in all den tausenden von Jahren es nicht gelernt haben, im Umgang mit Konflikten andere Lösungen wie Dominanz, Unterdrückung, Strafen und Machtgebaren zu wählen.

Ich möchte schreien, "seht ihr denn nicht wohin Euch das führt". - Aber welchen Sinn hätte dies, als nicht meine Meinung über die der anderen zu stellen.
Der Wunsch nach Macht wächst auf dem Boden der Hilflosigkeit.
Konflikt entsteht aus Konflikt.

Was also tun? - Dieses Gefühlschaos annehmen, aushalten. Aushalten! Aushalten! Die Gefühle in Worte, kreativen Ausdruck fassen. Darüber sprechen, schreiben. Rückhalt suchen bei Gleichgesinnten, ohne den Anspruch zu haben, das unsere Meinung über der der anderen steht. Den Blick für die Welt und deren schönen Seiten offen halten.

_____________________

Mein Facebook Post des heutigen Morgens:

Die schwindende Nacht, brachte die Erinnerung an diesen Text mit in den Tag. https://youtu.be/l8WapAIVhzY












Beliebte Posts