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Kamille sammeln, oder: Kindheit am Wegrand

Weit reicht der Blick über die Felder ins Tal hinab, bis er abrupt an der nächsten Erhebung zur Ruhe kommt. Ein Gefühl von Heimat stellt sich ein. Ja, dies ist meine nordhessische Heimat, in der ich die meiste Zeit meines Lebens verbracht habe. Würde ich diese Landschaft mit den Augen eines Fremden betrachten, so wäre ich von ihrem Anblick ebenso angesprochen wie berührt.

Doch auch für mich, der diesen Landstrich mit seinen Hügeln allzu gut kennt, gibt es links und rechts des Weges immer wieder Neues und Altbekanntes zu entdecken – so wie gestern Abend, als ich zu einem Spaziergang aufgebrochen war.

Das Korn auf den Feldern wiegte sich sanft. Am Wegrand blühte der Klatschmohn. In einem intensiven Rot leuchteten die Blüten hinter dem Grün des Getreides hervor. Nur das satte Blau der Kornblumen konnte ihnen die Aufmerksamkeit streitig machen. Unauffälliger verhielt sich die Kamille, die ihre kleinen gelben Köpfe im Kornfeld verbarg.

Erinnerungen stiegen in mir auf – Erlebnisse aus einer Zeit, in der ich mich wohl umsorgt fühlte, obwohl das Leben mir bereits manche Sicherheit genommen hatte. Es war die Zeit weit vor der Einschulung, als ich neugierig und voller Zuversicht meine Umwelt wahrnahm. Die Jahreszeiten schritten langsam voran, und jeder Augenblick war von seinem ganz eigenen Zauber durchdrungen.

Es muss wohl Ende Mai, Anfang Juni gewesen sein, als ich mit meiner Mutter und Großmutter am Abend durch die Felder spazieren ging. Die Wege waren mit Kornblumen und Mohn gesäumt, und die wilde Kamille verströmte ihren typisch süßlichen Duft. Diese Kamillenblüten waren das Ziel unserer Spaziergänge. Gemeinsam pflückten wir sie. Eine Tasche, aber auch die gefaltete Strickjacke der Großmutter dienten als Sammelbehälter.

Zu Hause angekommen, wurde der Schatz auf alten Zeitungen ausgebreitet und zum Trocknen in die Sonne gelegt. Diese Sammelausflüge endeten stets zu Johanni, dem 24. Juni – so erzählte es mir meine Oma –, denn nach diesem Tag seien die Blüten nicht mehr genießbar.
„Warum, Omichen?“, fragte ich in kindlicher Wissbegier.
„Weil das so ist“, lautete die Antwort. Und damit war alles klar.

In der Erinnerung an jene Zeit, die mir damals ungemein lang erschien, lagen die Kamillenblüten viele Tage in der Sonne, bevor meine Großmutter sie von Blattwerk und Stielen befreite und zu Kamillentee verarbeitete. Diesen tranken wir das Jahr über abends, er kam aber auch bei Magenschmerzen und Unwohlsein zum Einsatz.

Die Zeit des Kamillesammelns wiederholte sich noch einige Jahre. Dann begannen die Landwirte, ihre Felder zu düngen und zu spritzen, und meine Großmutter stellte aus Angst vor dem Gift ihre Sammelspaziergänge ein. Jahre später säumten die Felder weder Blumen noch Kamille. Erst in jüngster Zeit sind sie wieder an den Ackerrändern zu finden.

Und in jedem Jahr kehrt, wenn ich an einem solchen Feld vorübergehe, die Erinnerung an die Großmutter und den Zauber des Kindheitserlebens zurück – an eine Zeit, in der ich mich wohl umsorgt fühlte, obwohl das Leben mir bereits manche Sicherheit genommen hatte.







© Text: 2020 Anmerkungen: 2025 - Hans Jürgen Groß


* * *

Anmerkung: 

Warum Kamille nur bis Johanni (24. Juni) gesammelt wird – und wie es heute gesehen wird

Traditionelle Begründung

In der Volksheilkunde galt die Regel, Kamille nur bis zum Johannistag (24. Juni) zu sammeln. Dafür gab es mehrere Gründe:
  1. Beste Wirkstoffkonzentration: Um den Johannistag herum ist die Blütezeit der Kamille (Matricaria chamomilla) auf ihrem Höhepunkt. Danach verblühen viele Pflanzen, und der Gehalt an ätherischen Ölen (wie Bisabolol und Chamazulen) nimmt ab.
  2. Aberglaube & Brauchtum: Der Johannistag markierte im bäuerlichen Kalender den Beginn der Erntezeit. Viele Heilkräuter sollten vor diesem Termin gepflückt werden, da sie danach „ihre Kraft verlieren“ oder sogar „giftig“ würden – eine mythologische Vorstellung, die sich in Sprüchen wie „Nach Johanni nimmt die Kräuterkraft ab“ widerspiegelt.
  3. Praktischer Grund: Später im Sommer steigt die Gefahr von Schimmel oder Verunreinigung durch Insekten, da die Blüten feuchter und anfälliger werden.
Moderne Sichtweise

Heute wird die Johanni-Regel differenzierter betrachtet:
  • Botanische Erkenntnisse: Zwar stimmt es, dass Kamille im Frühsommer besonders wirksam ist, doch bei optimalen Bedingungen (sonniger Standort, wenig Regen) können die Blüten auch noch im Juli geerntet werden.
  • Umwelteinflüsse: Durch Pestizide und intensive Landwirtschaft sind wild wachsende Kamillen seltener geworden. Bio-Kamille aus eigenem Anbau oder kontrolliertem Wildwuchs kann oft länger gesammelt werden.
  • Wissenschaftliche Studien: Pharmakologische Untersuchungen bestätigen, dass der optimale Erntezeitpunkt tatsächlich um die Vollblüte (Juni) liegt – aber strikte zeitliche Grenzen wie der 24. Juni sind eher traditionell als wissenschaftlich fundiert.
Fazit

Die Johanni-Regel hat einen wahren Kern, ist aber kein absolutes Naturgesetz. Wer Kamille sammelt, sollte eher auf die Blütenqualität (frisch geöffnet, keine braunen Stellen) und Standortbedingungen (ungespritzte Felder!) achten als auf ein Kalenderdatum. Die Großmutter im Text folgte wohl vor allem überliefertem Wissen – und vielleicht auch dem Zauber, den Rituale der Kindheit bis heute bewahrten.

Quellen: Volksheilkundliche Überlieferungen, pharmakologische Studien zu Matricaria chamomilla, Text: DeepSeek (21.06.2025)




🌼 Interpretation: „Kamille sammeln – Kindheit am Wegrand“

*„Und in jedem Jahr kehrt, wenn ich an einem solchen Feld vorübergehe,
die Erinnerung an die Großmutter und den Zauber des Kindheitserlebens zurück –
an eine Zeit, in der ich mich wohl umsorgt fühlte,
obwohl das Leben mir bereits manche Sicherheit genommen hatte.“* Klicken Sie hier, um die Interpretation zu lesen ▼
*„Das Korn auf den Feldern wiegte sich sanft. Am Wegrand blühte der Klatschmohn. In einem intensiven Rot leuchteten die Blüten hinter dem Grün des Getreides hervor. Nur das satte Blau der Kornblumen konnte ihnen die Aufmerksamkeit streitig machen. Unauffälliger verhielt sich die Kamille, die ihre kleinen gelben Köpfe im Kornfeld verbarg.“*

Eine Hommage an die Magie der Erinnerung

Hans Jürgen Groß‘ Erzählung „Kamille sammeln, oder: Kindheit am Wegrand“** ist eine zarte, sinnliche Zeitreise in die Kindheit – eine Zeit, in der die Welt noch voller Zauber, Geborgenheit und unendlicher Möglichkeiten schien. Der Text ist mehr als eine Erinnerung: Er ist eine Einladung, die Schönheit des Vergänglichen bewusst zu erleben und die Kraft der Sinnlichkeit als Quelle der Geborgenheit zu nutzen.

Die Geschichte beginnt mit einem Blick über die Felder der nordhessischen Heimat – und endet mit der Erkenntnis, dass die wahre Heimat in uns selbst liegt, in den Erinnerungen, die uns ein Leben lang begleiten.

🌿 Die Ebene der Kindheitserinnerung: Geborgenheit und Rituale

Der Text beschreibt eine Idylle der Kindheit, die durch drei zentrale Elemente geprägt ist:

  • Geborgenheit: *„Ich mich wohl umsorgt fühlte“* – trotz der schon erlebten Verluste. Die Großmutter und die Mutter geben dem Kind Sicherheit und Wärme.
  • Neugier und Zuversicht: *„neugierig und voller Zuversicht meine Umwelt wahrnahm“* – die Kindheit als Zeit der Offenheit und des Vertrauens.
  • Rituale: Das gemeinsame Kamillesammeln ist ein wiederkehrendes Ritual, das Struktur und Geborgenheit gibt.

Die Botschaft: Kindheit ist nicht nur eine Lebensphase – sie ist eine Haltung, die wir uns bewahren können: die Fähigkeit, die Welt mit Neugier, Zuversicht und Sinnlichkeit zu erleben.

🎨 Die Sinnlichkeit des Textes: Farben, Düfte, Bewegungen

Der Text ist ein Fest der Sinnlichkeit. Hans Jürgen Groß malt mit Worten ein Bild, das alle Sinne anspricht:

1. Die Farben

„Ein Farbenspiel der Natur“:

  • Rot: *„der Klatschmohn“* – intensiv, leuchtend, fast grell in seiner Schönheit.
  • Blau: *„das satte Blau der Kornblumen“* – tief, beruhigend, ein Gegenpol zum Rot.
  • Gelb: *„die kleinen gelben Köpfe [der Kamille]“* – unscheinbar, aber voller Wärme.
  • Grün: *„das Grün des Getreides“* – der Hintergrund, der die anderen Farben erst zur Geltung bringt.

Die Botschaft: Die Schönheit der Natur liegt in ihrer Vielfalt – und in der Fähigkeit, sie bewusst wahrzunehmen.

2. Die Düfte

„Die wilde Kamille verströmte ihren typisch süßlichen Duft.“

Der Duft der Kamille ist mehr als ein Geruch – er ist ein Auslöser für Erinnerungen. Düfte haben die Fähigkeit, uns sofort in die Vergangenheit zu versetzen – und genau das tut dieser Text: Er weckt die Erinnerung an die Kindheit.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Der Geruchssinn ist eng mit dem limbischen System (dem emotionalen Zentrum des Gehirns) verbunden. Deshalb können Düfte starke Emotionen und Erinnerungen auslösen.

3. Die Bewegungen

„Das Korn auf den Feldern wiegte sich sanft.“

Die Bewegung des Korns ist ein Symbol für:

  • Lebendigkeit: Die Natur ist nicht statisch – sie atmet.
  • Rhythmus: Das Wiegen des Korns hat einen beruhigenden Rhythmus – wie die Jahreszeiten, wie das Leben selbst.
  • Vergänglichkeit: Die Bewegung erinnert uns daran, dass alles flüchtig ist – und gerade das macht es schön.

🌅 Die Ebene des Verlusts: Wandel der Zeit und der Natur

Der Text enthält eine leise Melancholie – die Erinnerung an eine Zeit, die unwiederbringlich vorbei ist:

  • Das Ende des Kamillesammelns: *„Dann begannen die Landwirte, ihre Felder zu düngen und zu spritzen, und meine Großmutter stellte aus Angst vor dem Gift ihre Sammelspaziergänge ein.“*
  • Das Verschwinden der Blumen: *„Jahre später säumten die Felder weder Blumen noch Kamille.“*
  • Die Rückkehr der Natur: *„Erst in jüngster Zeit sind sie wieder an den Ackerrändern zu finden.“*

Die Botschaft: Der Text zeigt den Wandel der Zeit – und damit den Verlust der Kindheit, der Natürlichkeit und der traditionellen Lebensweise. Doch er endet mit einem Funken Hoffnung: Die Kamille kehrt zurück.

Symbolik des Wandels:

  • Die gedüngten Felder: Symbol für den Fortschritt – aber auch für den Verlust der Natürlichkeit.
  • Die Rückkehr der Kamille: Symbol für die Resilienz der Natur – und die Hoffnung, dass Verlorenes wiedergefunden werden kann.
  • Die Erinnerung: Symbol für die Bewahrung der Kindheit im Erwachsenenalter.

🌼 Die Symbolik: Kamille, Johanni und die Großmutter

1. Die Kamille: Heilung, Geborgenheit, Vergänglichkeit

Die Kamille ist das Zentralsymbol des Textes. Sie steht für:

  • Heilung: Kamille wird traditionell als Heilpflanze verwendet – sie lindert Schmerzen und Unwohlsein. In der Geschichte heilt sie nicht nur körperlich (als Tee), sondern auch seelisch (als Erinnerung).
  • Geborgenheit: Das gemeinsame Sammeln von Kamille ist ein Ritual der Geborgenheit.
  • Vergänglichkeit: Die Kamille blüht nur kurz – genau wie die Kindheit.
  • Unscheinbarkeit: *„Unauffälliger verhielt sich die Kamille“* – sie ist nicht so grell wie der Mohn, aber doch voller Wert.

Die Botschaft: Die schönsten Dinge im Leben sind oft die unscheinbarsten – und die wertvollsten Erinnerungen sind die, die wir bewusst erleben.

2. Johanni (24. Juni): Der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenwerden

Der 24. Juni, der Johannistag, ist ein traditioneller Wendepunkt im bäuerlichen Kalender:

  • Der Höhepunkt der Blüte: Um Johanni ist die Kamille am schönsten – und am wirksamsten.
  • Der Übergang: Johanni markiert den Beginn des Sommers – und damit den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenwerden.
  • Das Ritual: Das Kamillesammeln endet zu Johanni – genau wie die unbeschwerte Kindheit.
  • Die Weisheit der Großmutter: *„Weil das so ist“* – die Großmutter kennt die Tradition und vertraut ihr. Ihre Antwort ist ein Symbol für das Vertrauen in überliefertes Wissen.

Die Botschaft: Johanni steht für den Übergang – von der Kindheit zum Erwachsenenalter, von der Unschuld zur Erfahrung, von der Natürlichkeit zur Zivilisation.

3. Die Großmutter: Weisheit, Tradition, Geborgenheit

Die Großmutter ist eine Schlüsselfigur in der Geschichte. Sie steht für:

  • Weisheit: Sie kennt die Traditionen und die Natur – und vertraut ihnen.
  • Geborgenheit: Sie gibt dem Kind Sicherheit und Wärme.
  • Tradition: Sie bewahrt das überlieferte Wissen – und gibt es an die nächste Generation weiter.
  • Pragmatismus: Sie hört auf zu sammeln, als die Felder gespritzt werden – aus Angst vor dem Gift.

Die Botschaft: Die Großmutter ist ein Symbol für die Weisheit der Älteren – und für die Bedeutung von Traditionen und Ritualen in unserem Leben.

🧠 Philosophische & psychologische Vertiefung

1. Philosophische Perspektive: Heimat und Erinnerung

Der Text berührt zentrale philosophische Fragen nach Heimat, Erinnerung und Identität:

Konzept Philosophische Tradition Bezug zum Text
Heimat Martin Heidegger („Heimat als Ort der Geborgenheit“) Die nordhessische Landschaft als Ort der Geborgenheit
Erinnerung Henri Bergson („Erinnerung als schöpferische Kraft“) Die Erinnerung an die Kindheit als Quelle der Geborgenheit
Vergänglichkeit Stoizismus („Memento mori“ – bedenke, dass du sterblich bist) Die Vergänglichkeit der Kindheit, der Natur, der Traditionen
Sinnlichkeit Maurice Merleau-Ponty („Der Körper als Subjekt der Wahrnehmung“) Die Bedeutung der Sinnlichkeit für die Erinnerung

Die gemeinsame Botschaft: Heimat ist nicht nur ein Ort – sie ist ein Gefühl, das in uns lebt und das wir durch Erinnerungen und Sinnlichkeit immer wieder neu erschaffen können.

2. Psychologische Perspektive: Erinnerung und Identität

Aus psychologischer Sicht ist der Text eine Reflexion über die Bedeutung von Erinnerungen für unsere Identität:

  • Erinnerung als Identitätsstifter: Unsere Erinnerungen machen uns zu dem, wer wir sind. Sie sind die Bausteine unserer Identität.
  • Sinnliche Erinnerungen: Besonders sinnliche Eindrücke (Farben, Düfte, Geräusche) bleiben im Gedächtnis haften. Der Text zeigt, wie diese Erinnerungen uns ein Leben lang begleiten.
  • Rituale und Geborgenheit: Wiederkehrende Rituale (wie das Kamillesammeln) geben uns Sicherheit und Geborgenheit.
  • Verlust und Trauer: Der Text thematisiert den Verlust der Kindheit – und die Trauer darüber. Doch er zeigt auch, dass wir die Kindheit in uns bewahren können.
  • Resilienz: Trotz aller Veränderungen und Verluste findet der Autor Geborgenheit in der Erinnerung.

Wissenschaftlicher Hintergrund: Studien zeigen, dass Erinnerungen an die Kindheit besonders stabil sind und uns ein Leben lang prägen. Sie sind oft mit starken Emotionen verbunden – und genau das macht sie so wertvoll.

3. Die Tradition des Kamillesammelns: Volksheilkunde und Brauchtum

Die Tradition, Kamille nur bis Johanni zu sammeln, hat tiefere Wurzeln in der Volksheilkunde und im Brauchtum:

  • Volksheilkunde: Kamille wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze verwendet – bei Magenschmerzen, Unwohlsein, Entzündungen.
  • Brauchtum: Johanni (24. Juni) ist ein traditioneller Wendepunkt im bäuerlichen Kalender. Viele Kräuter sollten vor diesem Termin gesammelt werden.
  • Aberglaube: Nach Johanni galten viele Kräuter als „verbraucht“ oder sogar „giftig“.
  • Moderne Sicht: Heute weiß man, dass Kamille auch nach Johanni gesammelt werden kann – aber die Tradition lebt weiter.

Die Botschaft: Die Tradition des Kamillesammelns ist mehr als nur ein Brauch – sie ist ein Symbol für die Verbindung zwischen Mensch und Natur, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

💡 Praktische Anwendungen: Wie du die Erkenntnisse auf dein Leben anwendest

1. Die „Erinnerungsreise“-Übung

Diese Übung hilft dir, die Schönheit deiner Kindheitserinnerungen bewusst zu erleben:

  1. Schritt 1: Schließe die Augen und erinnere dich an eine schöne Kindheitserinnerung.
  2. Schritt 2: Erinnere dich an die sinnlichen Details: Welche Farben siehst du? Welche Düfte riechst du? Welche Geräusche hörst du?
  3. Schritt 3: Spüre nach: Wie fühlst du dich in dieser Erinnerung?
  4. Schritt 4: Überlege: Wie kannst du mehr von dieser Geborgenheit und Sinnlichkeit in dein heutiges Leben bringen?
2. Die „Sinnlichkeits“-Übung

Diese Übung hilft dir, die Schönheit der Natur bewusst wahrzunehmen:

  1. Schritt 1: Gehe an einen Ort in der Natur (ein Feld, ein Wald, ein Park).
  2. Schritt 2: Nimm dir Zeit, die Farben, Düfte und Geräusche bewusst wahrzunehmen.
  3. Schritt 3: Schließe die Augen und atme tief ein. Spüre, wie die Natur auf dich wirkt.
  4. Schritt 4: Überlege: Welche sinnlichen Eindrücke bleiben in deinem Gedächtnis haften?

Die Erkenntnis: Die Schönheit der Natur liegt in den kleinen Dingen – und in der Fähigkeit, sie bewusst wahrzunehmen.

3. Die „Ritual“-Übung

Diese Übung hilft dir, ein eigenes Ritual zu entwickeln, das dir Geborgenheit gibt:

  1. Schritt 1: Überlege dir, welche Tätigkeit dir Geborgenheit gibt (z. B. Tee trinken, Spaziergänge, Sammeln von Naturmaterialien, Tagebuch schreiben).
  2. Schritt 2: Mach diese Tätigkeit zu einem wiederkehrenden Ritual (z. B. jeden Morgen, jeden Abend, jeden Sonntag).
  3. Schritt 3: Gestalte das Ritual bewusst: Welche sinnlichen Elemente kannst du einbauen (z. B. eine bestimmte Tasse, ein bestimmter Ort, ein bestimmter Duft)?
  4. Schritt 4: Spüre nach: Wie wirkt sich das Ritual auf dein Wohlbefinden aus?

Die Erkenntnis: Rituale geben uns Sicherheit und Geborgenheit – und helfen uns, die Schönheit des Lebens bewusst zu erleben.

4. Die „Kamille sammeln“-Meditation

Diese Meditation hilft dir, die Botschaft des Textes zu verinnerlichen:

  1. Schritt 1: Schließe die Augen und atme tief ein.
  2. Schritt 2: Stelle dir vor, wie du durch ein Feld gehst – genau wie der Autor in seiner Erinnerung.
  3. Schritt 3: Sieh die Blumen am Wegrand: den Mohn, die Kornblumen, die Kamille.
  4. Schritt 4: Pflücke in Gedanken eine Kamille und halte sie in deiner Hand. Spüre ihren Duft, ihre Weichheit, ihre Wärme.
  5. Schritt 5: Frage dich: Welche Erinnerung verbindest du mit dieser Kamille?
  6. Schritt 6: Nimm diese Erinnerung mit in deinen Alltag – und erlaube ihr, dich zu trösten, zu inspirieren, zu geborgen.

💭 Reflexionsfragen für dich

Fragen zur Selbstreflexion:

  • Welche Kindheitserinnerungen kehren immer wieder in deinem Leben zurück – wie die Erinnerung an das Kamillesammeln?
  • Welche sinnlichen Eindrücke aus deiner Kindheit sind dir besonders geblieben?
  • Welche Rituale oder Traditionen aus deiner Kindheit vermisst du heute?
  • Wie könntest du mehr von dieser kindlichen Neugier und Zuversicht in dein heutiges Leben bringen?
  • Welche „Kamille“ (Symbol für Geborgenheit, Tradition, Heilung) sammelt du heute?
  • Was hat dir in deiner Kindheit Geborgenheit gegeben – und wie kannst du das heute wiederfinden?
  • Wenn du wie der Autor an einem Feld vorbeigehst: Welche Erinnerung würde in dir aufsteigen?
  • Wie könntest du die Schönheit des Vergänglichen bewusster erleben?

🌅 Fazit: Die Bewahrung der Kindheit im Erwachsenenalter

„Kamille sammeln“** ist eine Hymne an die Schönheit der Kindheit, die Kraft der Erinnerung und die Bedeutung von Ritualen und Traditionen. Der Text zeigt, wie sinnliche Eindrücke und gemeinsame Erlebnisse uns ein Leben lang prägen können – und wie wir diese Erinnerungen als Quelle der Geborgenheit und des Trostes nutzen können, auch wenn die äußeren Umstände sich verändert haben.

Die zentrale Botschaft des Textes lässt sich in einem Satz zusammenfassen:

*„Die Kindheit ist nicht nur eine Lebensphase –
sie ist eine Haltung, die wir uns bewahren können.“*

Die Lehren des Textes:

  • Erinnerungen sind Schätze: Sie sind die Quelle der Geborgenheit – auch in schwierigen Zeiten.
  • Sinnlichkeit ist Kraft: Die Fähigkeit, die Welt mit allen Sinnen zu erleben, bereichert unser Leben.
  • Rituale geben Halt: Wiederkehrende Handlungen und Traditionen geben uns Sicherheit und Identität.
  • Verlust ist Teil des Lebens: Die Kindheit, die Natürlichkeit, die Traditionen – sie alle sind vergänglich. Doch wir können sie in uns bewahren.
  • Die Kindheit lebt weiter: In unserer Neugier, unserer Zuversicht, unserer Fähigkeit zu staunen.

Und vielleicht findest du sie heute –
die Kamille am Wegrand deiner Erinnerung.




Zusammenfassung:

Eine Kindheit zwischen Kornblumen und Kamille. In Hans Jürgen Groß’ poetischem Text „Kamille sammeln, oder: Kindheit am Wegrand“ entfaltet sich die leise Magie früher Erinnerungen, eingebettet in die nordhessische Landschaft. Ein liebevoller Rückblick auf familiäre Rituale, Naturverbundenheit und den stillen Wandel der Zeit. Wer sich nach Heimat, Geborgenheit und einfachen Antworten sehnt – sollte diesen Text lesen.


Stichworte: Kindheitserinnerung, Heimat, Nordhessen, Kamillesammeln, Großmutter, Naturpoesie, Feldblumen, Entschleunigung, Familienrituale, ländliche Idylle, Sommerduft, Vergangenheit, Achtsamkeit.





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