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Ein Bild mit doppeltem Startimpuls


Essay über einen fotografischen Anfang, einen Lehrerblick – und die Kraft der Verwandlung

Ich war dreizehn, als ich meine erste eigene Kamera in den Händen hielt – eine kleine Agfamatic Sensor mit dem roten Punkt. Gekauft vom Konfirmationsgeld. Nichts Besonderes, unscheinbar, doch für mich war sie ein Schlüssel. Sie erlaubte mir, das festzuhalten, was mir begegnete.

Es war Frühjahr 1974. Mittlerweile fünfzehn Jahre alt, verbrachte ich vier Wochen zum Schüleraustausch in Südfrankreich. Am Strand, zwischen Mitschülern, Gelächter und Sonne, begann ich zu sehen. Noch unbewusst, aber schon mit dem Wunsch, etwas zu bewahren.

Eines dieser Bilder entstand in Le Barcarès, am Rande eines Skulpturenparks. Ich nahm es beiläufig auf – einen Klassenkameraden, der sich in ein Spiel mit einer bemalten Holzfigur verstrickt, daneben eine Mitschülerin, die zusieht. Für mich war es nur ein Schnappschuss unter vielen.

Doch zurück in Deutschland, als die Dias bei einem Elternabend gezeigt wurden, blieb mein Französischlehrer bei diesem Bild stehen. Er war ein progressiver, feinsinniger Mann, der später Professor für visuelle Kommunikation wurde. Er sagte nur: „Das ist künstlerisch wertvoll. Sehr aussagefähig.“ Und plötzlich war da eine Schwere im Raum, ein Gewicht, das ich so nicht erwartet hatte.

Ich verstand es damals nicht. Wie konnte er in meinem beiläufigen Bild etwas sehen, das mir selbst verborgen war? Aber seine Worte ließen mich nicht mehr los. Sie arbeiteten in mir – leise, im Hintergrund. Ein Jahr später kaufte ich mir von meinem Taschengeld eine gebrauchte Praktica-Spiegelreflexkamera. 50 Mark. Damit begann ich, anders zu fotografieren. Ich suchte nicht mehr nur Motive, sondern Momente. Situationen, die etwas erzählen.

Der Blick des Lehrers

Heute frage ich mich: Was sah er, was ich nicht sah?

Vielleicht das Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz. Der Junge, der mit der Figur verschmilzt, beinahe selbst Teil des Kunstwerks wird. Das Mädchen am Bildrand, halb Beobachterin, halb Kommentatorin. Das Spiel von Wirklichkeit und Darstellung. Das Fragen, das im Schweigen mitschwingt: Wer schaut wen an? Wer spielt hier mit wem?

Mein Lehrer hatte diesen Blick. Und er sah in mir eine Fähigkeit, die ich damals selbst nicht erkannt hatte. Es war kein Lob im klassischen Sinn – es war ein Hinweis. Ein Spiegel. Und manchmal braucht es genau das: einen anderen, der uns zeigt, was wir selbst nicht sehen können.


Originalfoto mit verpixelten Gesichtern (zum heutigen Tag noch immer meine erste Wahl)

Verfremdet – und neu geschenkt

Viele Jahre später holte ich das alte Dia hervor. Ich digitalisierte es und wollte es restaurieren. Die KI sollte helfen – doch sie veränderte die Gesichter. Plötzlich waren es ganz andere Menschen. Zuerst war ich irritiert, sogar frustriert: Da wurde mir etwas genommen, das Teil meiner Geschichte war.

Aber mit Abstand verstand ich: Auch das ist der Anfang eines neuen Weges. Die Verfremdung macht das Bild zeigbar, schützt es, öffnet ihm eine neue Möglichkeit. Kein Urheberrecht am eigenen Bild wird mehr verletzt. Es ist nicht mehr nur Dokument, sondern auch Interpretation – ein Zeitdokument menschlicher Wahrnehmung und Erlebens. Und vielleicht erzählt es gerade dadurch noch einmal neu. Denn: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“



bearbeitete KI-Version (Microsoft Copilot – hier wird Potenzial für die Zukunft erkennbar)

Was bleibt

Dieses Bild markiert einen Anfang. Nicht, weil ich damals schon wusste, wohin die Reise geht. Sondern weil jemand anderes in mir etwas sah, das ich selbst nicht sehen konnte.

Manchmal braucht es diesen Spiegel, diesen Augenblick, in dem ein anderer uns sagt: „Da ist etwas in dir.“

Auch wenn das Ergebnis der Bildbearbeitung nicht optimal zu sein scheint, so zeichnen sich neue Möglichkeiten ab, deren Weg wir nur erahnen können.

Und so bleibt das Bild für mich ein Wegweiser. Es erinnert mich daran, dass das, was uns klein und nicht optimal erscheint, in Wahrheit ein Anfang sein kann. Dass Bewahren und Verwandeln zwei Seiten derselben Bewegung sind. Und dass wir manchmal erst Jahre später verstehen, was längst begonnen hat.

© 2025 - Hans Jürgen Groß




Die Kraft eines einzigen Blicks: Wie ein Foto ein Leben verändert - eine Zusammenfassung durch Claude Ai

Was passiert, wenn jemand anderes in uns Potenziale erkennt, die wir selbst nicht sehen? Hans Jürgen Groß erzählt in seinem bewegenden Essay die Geschichte eines Fotos, das sein Leben zweimal veränderte.

1974: Mit seiner ersten Kamera, einer einfachen Agfamatic Sensor, macht der 15-jährige Schüler während eines Frankreich-Austauschs einen scheinbar belanglosen Schnappschuss am Strand von Le Barcarès. Ein Klassenkamerad spielt mit einer Holzfigur im Skulpturenpark, eine Mitschülerin schaut zu – mehr nicht.

Der entscheidende Moment: Beim Elternabend bleibt der Französischlehrer bei diesem einen Bild stehen. "Das ist künstlerisch wertvoll. Sehr aussagefähig", sagt er – und verändert damit alles. Diese wenigen Worte werden zum Katalysator einer fotografischen Laufbahn.

50 Jahre später: Als Groß das alte Dia digitalisiert, verändert die KI ungewollt die Gesichter. Was zunächst als Verlust empfunden wird, erweist sich als neue Chance: Das Bild wird zeigbar, ohne Persönlichkeitsrechte zu verletzen, und gewinnt eine neue interpretative Dimension.

Warum diese Geschichte wichtig ist

  • Für Pädagogen: Zeigt die transformative Kraft aufmerksamer Wahrnehmung
  • Für Künstler: Illustriert, wie Kunst oft im scheinbar Beiläufigen entsteht
  • Für alle: Erinnert daran, dass manchmal andere in uns sehen, was wir selbst übersehen

Ein Essay über Mentoring, Kunst und die Frage: Wer hat Ihnen einmal gezeigt, was Sie selbst nicht sehen konnten?



Variante Google Gemini nach Anpassung des Prompt 


Schlagworte:
Fotografie Essay, künstlerische Entwicklung, Künstlerische Entwicklung, Lehrer Mentor, Fotografische Wahrnehmung, KI Bildbearbeitung, Mentoring, Förderung, Talententdeckung, 
Kunstpädagogik, visuelle Wahrnehmung, Digitalisierung, Bildrechte, Schüleraustausch, Jugenderinnerung, Transformation, Verwandlung




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