Wenn fremde Geschichten anklopfen – und ich spüre, wie leicht ich wieder in alte Rollen gleite
lass fremde Last im Sand
– und geh den Weg, der deiner ist.
Weisheit der Nomaden in der Zeit
Es gibt Tage, an denen etwas Fremdes in mein Leben tritt, ohne dass ich es eingeladen hätte. Eine Mail, ein Satz, ein Hinweis – und plötzlich öffnet sich eine Tür, die nicht zu meinem Haus gehört. Ich stehe im Rahmen, sehe hinein, und spüre, wie sich etwas in mir regt, das ich gut kenne: der Impuls, Ordnung zu schaffen, zu klären, zu verbinden.
Es begann mit einem Filmbeitrag, den ich produziert hatte. Ein stilles Werk, ein Versuch, ein Stück gelebter Zeit zu bewahren. Ich glaubte, die Geschichte sei erzählt. Doch dann kam eine Nachricht – beiläufig fast –, in der jemand eine andere Darstellung zu einem Inhalt hatte, den ein Protagonist in dem Film erzählt. Ich konnte dazu nichts sagen. Also leitete ich die Mail weiter. Ein einfacher Schritt. Gutgemeint. Selbstverständlich, schien mir.
Doch er löste eine Bewegung aus, die ich nicht erwartet hatte.
Eine Antwort kam zurück. Ich leitete sie weiter. Dann kam erneut eine Antwort. Ich leitete sie weiter. Zweimal. Und mit jedem Weiterleiten wurde etwas deutlicher spürbar: Ich war nicht mehr Überbringer einer Nachricht. Ich war zum Kanal geworden. Zum Mittler zwischen zwei Menschen, die eine ungelöste Geschichte miteinander hatten – und die, ohne es auszusprechen, mich als Verbindung nutzten, weil sie selbst nicht in direkten Kontakt traten.
Alte Verletzungen, widersprüchliche Erinnerungen, Erwartungen – all das floss durch mich hindurch, ohne mir zu gehören. Und ich spürte, wie ich langsam in eine Rolle rutschte, die mir vertraut ist – zu vertraut.
Die Rolle des Mittlers.
Es ist eine Rolle, die ich beherrsche. Eine, die ich früh gelernt habe. Eine, die man mir oft zugeschrieben hat. Die Rolle desjenigen, der die Fäden hält, wenn andere sie fallen lassen. Der beruhigt, ordnet, vermittelt. Und vielleicht gerade deshalb ist sie gefährlich. Denn sie zieht mich hinein in Geschichten, die nicht meine sind.
Diesmal blieb ich stehen. Atmete. Und begann, klar zu denken.
Ich entwickelte eine Strategie – nicht um mich einfach zu entziehen, sondern um die Situation so zu verlassen, dass die eigentlich Betroffenen selbst in Kontakt kommen konnten. Ich erklärte beiden, dass ich mich zurückziehe. Ich nahm den Film aus dem Netz, weil er das Medium war, durch das ich erreichbar blieb. Auf weitere Mails antwortete ich nicht mehr.
Es war kein lauter Schritt. Kein dramatischer.
Aber es war ein bewusster. Ein überlegter. Ein konsequenter.
Nicht Flucht. Sondern Übergabe.
Nicht Rückzug aus Erschöpfung.
Sondern ein stilles, notwendiges Zurücktreten – aus Klarheit darüber, was mein Auftrag war und was nicht.
Ein Akt des Selbstschutzes.
Ein Akt der Verantwortung – für mich und für die anderen.
👉 www.drgross.eu
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(KI-Coach-Zyklus)
Der KI-Coach-Zyklus ist eine öffentliche Supervision des eigenen Lebens, bei der verschiedene KI-Modelle die Rolle von Supervisoren übernehmen – nicht um Antworten zu geben, sondern um Muster sichtbar zu machen.
Das Projekt zeigt: KI kann ein Werkzeug der Humanisierung sein, wenn wir sie für Selbstreflexion, Verbindung und Würdigung des Alltäglichen nutzen – statt für Beschleunigung, Effizienz und Profit.
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von Hans Jürgen Groß
https://t1p.de/Mittler-Analyse
Manchmal öffnen sich Türen, die nicht zu meinem Haus gehören. Eine fremde Geschichte klopft an, und ehe ich mich versehe, stehe ich wieder in einer Rolle, die ich gut kenne: die des Mittlers. Eine Rolle, die ich beherrsche, die man von mir erwartet – und die ich doch nur dann tragen darf, wenn sie wirklich mein Auftrag ist. In dieser Episode habe ich gelernt, die Fäden zurückzugeben, die nicht in meine Hände gehören. Ein stiller Schritt zur Seite, aus Respekt vor mir selbst und vor den Geschichten anderer. Eine Erinnerung daran, dass Selbstschutz kein Rückzug ist, sondern eine Form von Klarheit.
Schlagworte
Grenzen, Mittlerrolle, Selbstschutz, alte Muster, Verantwortung, Klarheit, biografische Arbeit, Rollenverständnis, emotionale Dynamik, Rückzug, Selbstachtung, Lebensgeschichten

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