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Komm, ich zeige Dir meine Stadt - ein Rundgang durch die Stadt Melsungen

Kennt ihr das? Ihr wohnt seit Jahren, gar Jahrzehnten an einem Ort. Mitunter zieht es Euch hinaus in die weite Welt. Berge, Seen, Meere, ferner Länder locken mit ihrer Schönheit. - Unterwegs mag man gar nicht mehr nach Hause zurück, man träumt, davon dort für immer zu bleiben.

Dann hörst Du von Menschen, dort draußen in der Welt, die sich nach Deinem Heimatort sehnen, diesen gar vermissen. - Wie kann dies nur sein? Trübt der Alltag den Blick auf unsere Welt? Werden wir im Laufe der Zeit unsensibel für die Schönheit unserer Umgebung?

Ich habe einen Selbstversuch gemacht, und einen Rundgang durch meine Heimatstadt Melsungen unternommen. Dabei habe ich mir vorgestellt, ich zeige einem Freund, einer Freundin, welche zu Besuch bei mir weilt, meine Stadt. Mit dabei, meine Kamera, die alle Highlights dieses Spaziergangs festgehalten hat. - Bei der Auswertung meiner Bilder war ich überrascht, in welcher schönen und abwechslungsreichen Umgebung ich doch meinen Alltag verlebe. Und dabei hätte es noch so viele weitere Örtlichkeiten die ich meiner Freundin, meinem Freund hätte zeigen können. 

Ausgangspunkt meines Rundganges war mein Arbeitsort, das Zentrum für Beratung, Coaching & Mediation. Optional hätte ich auch am Parkplatz Kesselberg starten können. Von hier geht es durch die Schrebergärten, der Teichwiesen, zu dem ehemaligen Kasseler Tor am Eingang der Altstadt. Nachdem wir ein Stück der Mühlenstraße passiert haben, laufen wir nun einige Meter an der alten Stadtmauer entlang, um an den Platz vor der Stadtbibliothek zu gelangen. Das neue Dienstleistungszentrum des Bürgerbüros zeigt sich uns als Kontrapunkt zum üblichen Fachwerk. - Jetzt geht es weiter zur Bartenwetzerbrücke. Von dort geht es an zahlreichen Fachwerkhäusern vorbei zum Marktplatz. Auf unserem Weg vom Rotenburger Tor, zur Zwei-Pfennig-Brücke, kommen wir am Kasino, dem alten Gymnasium, der ehemaligen Synagoge und der sogenannten Mordvilla vorbei. Weiter geht es ein Stück der Fulda-Promenade entlang bis zu dem Wasser-Tretbecken. Von hier biegen wir zum Hospital St. Georg mit seiner alten Kapelle ab. Der nächste Punkt unserer Stadtrunde ist der alte Friedhof, dem ein Besuch des Eulenturmes folgt. Vorbei an meinem Geburtshaus, im Schatten des Turms, geht es weiter über das Eisfeld, am Hexenhäuschen entlang zur Kemenate, dem ältesten Haus der Stadt. Auf unserem Weg begegnen uns wiederholt „Stolpersteine“, die an ehemalige jüdische Mitbürger erinnern. Entlang der Stadtkirche geht es am Rathaus vorbei weiter bis zum Schloss. Ein Rundgang durch den neu angelegten Schlosspark schließt die Runde ab.

Vor uns liegt das lange Pfingstwochenende. Die Pfingstbotschaft erzählt von der Aufhebung des Sprachengewirrs, das durch den Turmbau zu Babel geschaffen wurde. Mit dem Verstehen, der fremden Sprachen machen wir uns diese zu eigen. Dies führt im Umkehrschluss dazu, dass wir auch das Eigene durch die Sicht des Fremden erkennen und wertschätzen können und sollten. Vielleicht habt ihr ja Lust darauf bekommen, das uns alltäglich Umgebende durch die Brille des Fremden zu sehen. 

Ich wünsche Euch ein frohes Pfingstfest 2021.

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© 2024 - Hans Jürgen Groß


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Zusammenfassung: 
Ein Einheimischer unternimmt einen Rundgang durch Melsungen, um die Schönheit seiner Heimatstadt neu zu entdecken. Der Weg führt von beruflichen Wurzeln durch idyllische Gärten, historische Tore und entlang alter Stadtmauern. Vorbei an modernen Dienstleistungszentren und traditionellem Fachwerk, über die Bartenwetzerbrücke zum Marktplatz. Die Route berührt bedeutende historische Stätten und endet in einem liebevoll angelegten Schlosspark. Dieser Perspektivwechsel erinnert daran, wie wertvoll es ist, die eigene Umgebung mit den Augen eines Besuchers zu betrachten und zu schätzen. 

Stichworte: 
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