Das Schweigen des Johannes Lening
Jeder Mensch hat im Gewebe des Weltgeschehens seinen ureigenen Platz. (Hans Jürgen Groß) Das Schweigen des Johannes Lening eine Erzählung aus der Reformationszeit von Hans Jürgen Groß Prolog Unzählige Male bin ich diesen Weg gegangen. Über die alte Brücke, auf dem Weg zu meinem Arbeitsort nahe dem Schloss. Eine Brücke ist eben eine Brücke. Man geht hinüber, kommt auf der anderen Seite an und setzt seinen Weg fort. Heute bleibe ich stehen. Lass den Blick schweifen – über die Fulda, das Wehr, in Richtung Stadt, wo sich die rot gedeckten Dächer mit ihren unregelmäßigen Neigungen und Gauben fügen, während die markanten Geflechte der Fachwerkbalken den Straßenzug prägen. Im Hintergrund erhebt sich der schlanke Turm des Rathauses, dessen Silhouette sich ruhig gegen den Himmel abzeichnet. Zur Rechten, hinter der Figur des Bartenwetzers, beginnen die Blätter sich zu verfärben. Der Daumen der Bronzefigur liegt an der Klinge und prüft ihre Schärfe. Der Herbst kündigt sich an. Noch lie...