An der Schwelle: Wenn 2025 leise endet und Neues noch keinen Namen hat
Meine Geschichte – Hans Jürgen Wir stehen an einer Schwelle. So sagt man es jedes Jahr. Und doch fühlt es sich in diesem Winter anders an. Vielleicht, weil sich mehrere Linien überlagern: das persönliche Leben, das gemeinsame Zeitgefühl, das leise Wissen, dass etwas endet – auch wenn man es bis jetzt nicht genau benennen kann. Mit dem Jahr 2026 verlassen wir nicht nur ein Kalenderjahr. Wir lassen die erste Hälfte der Zwanzigerjahre hinter uns. Ein Jahrzehnt, das mit Aufbruch begann und mit Erschöpfung, Verhärtung und Unsicherheit endete. Und ich merke: Diese Bewegung geschieht nicht nur draußen. Sie geschieht auch in mir. Ich bin 67. Eine Zahl ohne Pathos – und doch eine Markierung. Sie steht zwischen dem, was noch möglich ist, und dem, was sich nicht mehr beliebig vertagen lässt. Die Situation mit meinen Eltern macht mir das täglich bewusst. Verantwortung verändert ihren Klang. Zeit bekommt ein anderes Gewicht. Zukunft ist kein ferner Horizont mehr, sondern etwas, das sich neu ordnen ...